„HILFE! WIR SIND IN DER TEXTILFABRIK EINGESPERRT“
2010, 17 x 15x 2cm Plastik etc.

Ein eingespresstes Hemdchen in Plastik, auf dem Etikett ein Hilfeschrei aus der Fabrik. Die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken fordern die Kreativität der Mitarbeiter um den Konsumenten auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Der Aufstand versteckt auf kleinen Zettelchen im Nacken.

„MADE IN CHINA“ 2010, 45 x 40cm, PE/Baumwolle

Ein T-Shirt aus kleinteiligen Etiketten, entnommen aus vielzähligen Kleidungsstücken. Ohne die scheinbar nichtsnutzigen Etiketten, die gerne an Hautstellen kratzen, verlieren die entlabelten Hosen, Hemdchen und Leibchen an Wert und die Textilindustrie ihren direkten Einfluß am aller letzten Ende der Verbraucherkette –
vor der Waschmaschine. Befreit von den Bedienungsanleitungen und den dogmatischen Handlungsanweisungen unserer Kleidung, kann man diese wieder so nutzen wie man selbst möchte.

Dass innerhalb des textilen Kreislaufs Menschen und Rechte verletzt werden, ist eines der Themen, mit dem sich einige der Künstlerinnen und Künstler des ambitionierten Projektes auseinandergesetzt haben.

„Hilfe! Wir sind in der Textilfabrik eingesperrt“. Mit dieser schwarz-humorigen Beschriftung, gekritzelt auf die Pflegeetikette eines transparent verpackten Textils, wirft Vanessa Eder ein Licht auf unmenschliche Produktionsbedingungen. Die harten Fakten, Kinderarbeit, Lohneinbehalt, Gesundheit schädigende Arbeitsbedingungen, die Problematik illegalen Aufenthalts in Billiglohnländern und hiesigen Hinterzimmern sind bekannt. Während dem realen Aufstand der Textilarbeiter/innen das nackte Überlebenmüssen entgegensteht, verschwindet das schlechte Gewissen der von den Gegebenheiten Profitierenden bei erfolgreicher Schnäppchenjagd. Das künstlerische Angebot kritzelt und kitzelt das (Ge) Wissen wieder hervor und schneidert es und mit der zweiten Arbeit direkt auf den Leib. Ihr T-Shirt „Made in China“
ist genäht allein aus Textileetiketten von Kleidungsstücken, die in China gefertigt wurden. Mit diesem Hemd trägt man das schlechte Gewissen nach außen -und für die anderen sichtbar vor sich her. (Christiane Oppermann)

Im Artikel zu „RAG REVOLUTION“ in der Zeitschrift
TEXTILFORUM 1/2011

Ausstellung MEET! Artproject in Hannover
15.10.-5.11.2011, Eröffnung am 14.10.2011 in der Kulturetage Sofaloft
Jordanstrasse 26, Hannover Südstadt